ICD — Isobarische Gegendiffusion
Der ICD-Rechner prüft einen geplanten Gaswechsel gegen die Doolette 1:5-Regel, um Blasen durch isobarische Gegendiffusion zu verhindern. Das klassische Risiko: in der Tiefe ein heliumreiches Grundgas durch ein stickstoffreiches Dekogas zu ersetzen — Helium verlässt die Gewebe schneller, als Stickstoff eindringt, was bei unverändertem Umgebungsdruck zu einem Inertgasdruckanstieg führt.
Der ICD-Rechner ist für alle Nutzer kostenlos und ohne Nutzungsgrenzen.
Eingaben
- Aktuelles Gas — dein Grundgas (O₂ % und He %)
- Nächstes Gas — das Gas, auf das du wechseln willst (O₂ % und He %)
- Wechseltiefe — die Tiefe, in der der Wechsel stattfindet
- Wassertyp und Höhe — beeinflussen nur die angezeigten Partialdrücke (das Urteil ist tiefenunabhängig)
Berechnung
Der Rechner betrachtet die Änderung der Inertgasanteile:
ΔHe = fHe_nächstes − fHe_aktuell (negativ bei Heliumabnahme)
ΔN₂ = fN₂_nächstes − fN₂_aktuell (positiv bei Stickstoffzunahme)
Verhältnis = |ΔHe| / ΔN₂
Das Urteil ergibt sich aus diesem einen Verhältnis:
- ≥ 5 : 1 (sicher) — erfüllt die Doolette / Steve Burton 1:5-Regel, der aktuelle Planungsstandard
- 3 : 1 – 5 : 1 (Vorsicht) — erfüllt die ältere Hamilton 1:3-Regel, aber nicht Doolette
- < 3 : 1 (hohes Risiko) — Gas oder Wechseltiefe ändern
Das Verhältnis ist tiefenunabhängig: in der Wechseltiefe haben beide Gase denselben Umgebungsdruck, der Druckterm hebt sich auf. Die Tiefe dient nur der Anzeige der absoluten Partialdrücke (ppHe und ppN₂ vorher / nachher), die das Gewebe tatsächlich erfährt.
Empfehlung des minimalen O₂
Bei Vorsicht oder Gefahr berechnet der Rechner den minimalen O₂-Anteil, den ein heliumfreies Dekogas benötigt, um die 1:5-Regel zu erfüllen:
O₂_min = O₂_aktuell + 0,8 × He_aktuell
Beispiel: Grundgas Tx 18/45 → minimales Nitrox-Deko = 18 + 0,8 × 45 = 54 % O₂. EAN50 (der klassische Standard nach Tx 18/45) bleibt darunter und landet im Vorsichtsbereich — der Rechner zeigt das sofort.
Richtung zählt
ICD setzt voraus, dass Helium abnimmt, während Stickstoff zunimmt. Ein Wechsel auf ein helium-reicheres Gas (z. B. ein tieferes Trimix in einem mehrstufigen Tauchgang) hat kein ICD-Risiko — der Rechner zeigt dann „Kein ICD-Risiko in dieser Richtung".
Die 1:5- und 1:3-Schwellen sind Community-Richtwerte, keine regulatorischen Grenzen. Gewebesättigung, Wechselreihenfolge und Grundzeit beeinflussen das reale Risiko. Plane mit 1:5 als Ziel und nähere dich bei kritischen Dekoprofilen niemals der 1:3-Schwelle.